DIE 4 PHASEN DES LERNENS

Wie funktioniert Lernen? Welche Stufen der Entwicklung durchlaufen wir, bis wir Dinge wie im Schlaf beherrschen? Die Entwicklungspsychologie beschreibt 4 Kompetenzstufen als die typischen Phasen des Lernens.

UNBEWUSSTE INKOMPETENZ

In dieser Phase ist uns nicht bewusst, dass wir etwas nicht können oder nicht wissen. Oft wird als Beispiel das Autofahren gewählt. So denken zum Beispiel kleine Kinder nicht darüber nach, dass sie nicht Autofahren können. Es ist ihnen sozusagen nicht bewusst. Auf der Stufe der unbewussten Inkompetenz findet kein Lernen statt, sie geht jedoch jedem Lernen voraus.

BEWUSSTE INKOMPETENZ

Die zweite Lernstufe beginnt, wenn uns bewusst wird, dass wir etwas nicht können. Wir erkennen also unsere Defizite und wissen, welche Wirkung sie haben können. Wir entwickeln aber auch erste Vorstellungen, wie wir uns ein bestimmtes Wissen aneignen könnten. Größere Kinder hegen zum Beispiel oft den Wunsch, selbst Autofahren zu können und beginnen dem Führerschein entgegen zu fiebern. Auch auf dieser Stufe findet noch kein direktes Lernen statt.

BEWUSSTE KOMPETENZ

Die dritte Phase ist dadurch bestimmt, dass uns bewusst ist, dass wir etwas können. Hier beginnt das tatsächliche, konkrete Lernen. Wir freuen uns über erste Lernerfolge. Zu dieser Lernstufe gehören alle Arten des Lernens wie auch auswendig lernen, Üben, Trainieren und zahlreiche Wiederholungen. Komplexe Lerninhalte müssen oft in einzelne Teilschritte zerlegt und separat gelernt werden. In unserem Beispiel bedeutet das, eine Person kann zwar Autofahren, doch es erfordert noch hohe Konzentration und viel Aufmerksamkeit.

UNBEWUSSTE KOMPETENZ

Diese Phase ist dadurch geprägt, dass wir Dinge automatisch tun. Das Gelernte ist jederzeit abrufbar, ohne dass wir nachdenken müssen. Dabei machen wir uns nicht mehr aktiv bewusst, dass wir etwas können.

Wir fahren Auto und können ohne Anstrengung gleichzeitig Radio hören, uns mit anderen unterhalten oder über etwas nachdenken. Da uns jetzt die einzelnen Details unseres Könnens nicht mehr bewusst sind, wird es in dieser Stufe auch wieder schwieriger, jemand anderem unser Können beizubringen. Für uns ist es ja selbstverständlich. So erfordert die Vermittlung unseres Könnens wieder bewusste Aufmerksamkeit.

Natürlich gibt es viele Dinge, die wir nie lernen werden oder wollen oder nie wirklich gut beherrschen. Dann verharren wir somit auf einer der ersten drei Stufen. Gerade bei komplexeren Lerninhalten wie dem Lesen- und Schreibenlernen oder eben auch dem Autofahren, können wir uns im Nachhinein noch den stufenweisen Lernprozess vor Augen führen. Das ist nicht nur hilfreich, wenn wir selbst etwas lernen, sondern auch, wenn wir anderen etwas beibringen wollen.

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DiSG Kommunikationstraining
verstehen - einschätzen - kommunizieren

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