50 JAHRE FACHHOCHSCHULE

Vor nunmehr 50 Jahren gingen die ersten Fachhochschulen, kurz FH genannt, an den Start. Inzwischen sind sie ein wichtiger Baustein des Deutschen Bildungssystems. Anlass genug, ein Fazit zu ziehen.

ANGLEICHUNG FH UND UNI

Aktuell studieren rund eine Million Menschen, und damit jeder Dritte, an einer der über 100 deutschen FHs. Diese nennen sich gerne selbst „Hochschule für angewandte Wissenschaften“ oder auch „University of Applied Sciences“. Im Gegensatz zur Universität, die die allgemeine Hochschulreife erfordert, reicht für die Zulassung zur FH die Fachhochschulreife. Doch der anfängliche, vermutlich damit zusammenhängende Ruf, eine Ausbildung zweiter Klasse zu sein, ist schon lange verschwunden. Im Lauf der Jahre wurden FH-Absolventen sogar bei vielen Unternehmen bevorzugt eingestellt, da die Ausbildung als praxisnäher gilt. Inzwischen bilden aber auch viele Studiengänge an Universitäten berufsbezogener aus. Generell qualifiziert der an einer FH erworbene Bachelor auch zum Masterstudium an einer Universität. Beide Hochschulformen gleichen sich also allmählich stärker an.

GEHALT

Neuere Studien weisen sogar aus, dass FH-Absolventen statistisch gesehen mit einem höheren Anfangsgehalt eingestellt werden als Universitätsabgänger. Nach circa fünf Jahren hat sich dieser Effekt nivelliert, beziehungsweise steigt danach das Gehalt derjenigen mit Universitätsabschluss stärker an. Im Einzelfall kann dies jedoch sehr unterschiedlich sein, denn hier überlagern sich mehrere Effekte. An FHs werden in der Regel Studiengänge aus dem Bereich Technik und Wirtschaft angeboten. Ein Abschluss in Jura, Medizin, Lehramt und in den Geisteswissenschaften erfordert hingegen ein Universitätsstudium. Vor allem die Geisteswissenschaftler werden in der Regel jedoch schlechter bezahlt als ihre Kommilitonen aus den technischen oder wirtschaftsnahen Fächern. Zudem verdienen Abgänger von Studienfächern wie Jura oder Lehramt, die ihre Berufslaufbahn mit einem Referendariat starten müssen, zunächst deutlich weniger. Dass das Gehalt der Universitätsabgänger nach mehreren Jahren statistisch das der FH Absolventen übersteigt, hängt auch mit der Möglichkeit zur Promotion und dem damit verbundenen höherem Gehalt, zusammen. Während nur circa jeder 20. FH-Absolvent einen Doktortitel erwirbt, promoviert circa jeder vierte Studienabsolvent einer Universität.

KARRIERE

Viele Arbeitgeber scheinen weniger darauf zu achten, an welcher Hochschulform ein Abschluss erworben wurde, sondern ob es sich um einen Bachelor oder Master handelt. Masterstudenten werden oft bevorzugt eingestellt und besser bezahlt. Insgesamt ist jedoch oftmals die Persönlichkeit ein wesentlich wichtigeres Einstellungskriterium als es Spezifika der Ausbildung sind. Ob nun FH oder Universität besser für die eigene Karriere geeignet sind, hängt nicht nur von der Fächerwahl, sondern auch von Aspekten wie einer stärkeren wissenschaftlichen Ausrichtung oder der klaren Vorstellung promovieren zu wollen, ab.

Der 50. Geburtstag der Hochschulgattung FH wird in diesem Jahr unter dem Motto „Die machen Karriere“ groß gefeiert. Die Hochschulform FH hat sich nicht nur neben den Universitäten bewährt, sondern sie ist zum Erfolgsmodell geworden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Fachkräfte von morgen.

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