HOCHSENSIBILITÄT IM BERUF

PERSÖNLICHKEITSMERKMAL

Die Schätzungen, wie viele Menschen zu den Hochsensiblen rechnen, gehen auseinander. Die Zahl dürfte bei 5% bis 20% liegen. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Hochsensibilität gilt nicht als Krankheit, sondern es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das vererbbar zu sein scheint. So wie es Hochbegabte gibt, gibt es eben auch Hochsensible. Sie fühlen mehr und intensiver, nehmen mehr war, leiden mit anderen mit oder freuen sich über Dinge, die andere vielleicht gar nicht registrieren. Sie sind sowohl inneren emotionalen Reizen, Körperreizen als auch externen Reizen ungefiltert ausgesetzt. Schon in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts setzten sich deutsche Psychiater und Psychologen mit dem Thema auseinander. In unserer reizintensiven, schnelllebigen Zeit rückt die Hochsensibilität wieder stärker in den Fokus.

ACHTEN SIE AUF SICH

Wenn Sie betroffen sind, wissen Sie, dass es oft sehr belastend ist, hochsensibel zu sein, zumal Sie immer wieder auf das Unverständnis anderer stoßen. Der normale Alltag im Job kann schnell zur Überreizung führen. Geräusche, Gerüche, Stimmungen, Emotionen, alles stürzt ungefiltert auf Sie ein. Um während des langen Arbeitstages leistungsfähig zu bleiben, sind kleine Auszeiten und Rückzugsgelegenheiten notwendig. Es ist deshalb wichtig, dass Sie auf sich achten und Kollegen um Verständnis und gelegentliche Rücksicht bitten.

ENTSPANNT IN DEN TAG:

Wichtig ist es, den Tag morgens zu Hause ruhig zu beginnen. Stellen Sie den Wecker ein paar Minuten früher. Eine entspannte Morgenroutine hilft. Smartphone, Radio oder ähnliche Reize sind tabu.

KLEINE PAUSEN IM JOB:

Machen Sie am Vormittag und Nachmittag mal zwischendurch fünf Minuten Pause. Raucher tun das auch! Suchen Sie sich eine ruhige Ecke oder gehen Sie kurz vor die Tür. Frische Luft und eine kleine Auszeit von allen Reizen bringen rasch die benötigte Entspannung.

STRESSARME MITTAGSPAUSE:

Wichtig ist, dass Sie sich wirklich Zeit nehmen und Ruhe gönnen. Durcharbeiten ist tabu. Machen Sie, wenn möglich, einen kleinen Spaziergang. Vermeiden Sie die überfüllte, laute Kantine. Wenn alle geschlossen zum Mittagessen gehen, erklären Sie warum Sie sich ausklinken. Da auch für Sie soziale Kontakte sehr wichtig sind, verbringen Sie die Mittagspause ab und zu mit nur einem Kollegen. Den mitgebrachten Snack zu zweit auf der Parkbank zu genießen, kann trotz Hochsensibilität sehr erholsam sein.

AUSKLANG DES ARBEITSTAGS:

Am besten fahren Sie schon ein paar Minuten vor Arbeitsschluss das Tempo runter. Haken Sie ab, was Sie heute geschafft haben und notieren Sie, welche Punkte morgen abgearbeitet werden müssen. So können Sie am nächsten Tag geordnet beginnen. Ein Spaziergang auf dem Nachhauseweg ist das beste Mittel die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Gönnen Sie sich, wenn Sie die Haustür aufmachen, erst allein ein paar Minuten Ruhe. Der Partner ohnehin, aber auch etwas größere Kinder, können das bereits respektieren und lernen ein wichtiges Ritual kennen, falls sie selbst betroffen sind.


Die Jobwelt ist in unserer technisierten, reizintensiven Zeit eine Herausforderung für jeden Hochsensiblen. Zu ungefiltert prasselt alles auf sie ein, das Telefonklingeln, die Gespräche der Kollegen, das Rauschen des Kopierers, das Hupen vorbeifahrender Autos. Um leistungsfähig zu sein, ist es wichtig für reizarme Erholungspausen zu sorgen und entsprechende Routinen zu entwickeln.

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DiSG Kommunikationstraining
verstehen - einschätzen - kommunizieren

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