ÜBER FEHLER REDEN

Fehler gilt es zu vermeiden. Das lernen wir schon in der Schule. Doch dass Fehler auch etwas Positives bewirken können, zeigten 5 Mexikaner. Sie gründeten die mittlerweile weltweit erfolgreichen „Fuckup Nights“.

GEBURT EINER IDEE

2012 trafen sich 5 Freunde in Mexico in einer Bar. Im Laufe des Abends meinte einer, er habe jetzt genug von den ständigen Erfolgsstories und sprach über

eine Situation in der er gescheitert war. Die anderem taten es ihm gleich. Dies hatte eine solche Wirkung auf die 5, dass sie dasselbe zusammen mit weiteren Freunden wiederholten. Einmal im Monat veranstalteten sie eine sogenannte „Fuckup Night“. Jedes Mal erzählten 3 ausgewählte Personen auf der Bühne von einem Fehler, den sie gemacht hatten und der große Bedeutung für sie hatte.

MISSERFOLGE ÖFFENTLICH MACHEN

FUN ist das Kürzel für diese Veranstaltungen. Es bedeutet in diesem Fall nicht Spaß, sondern steht für „Fuckup Night“. Man könnte das übersetzen mit Nacht der Misserfolge. Mittlerweile finden die Veranstaltungen weltweit statt, auch in deutschen Städten. 3 bis 5 Personen berichten über ein fehlgeschlagenes Projekt oder ein anderes Missgeschick. Die Vorträge dauern 10-15 Minuten. Manchmal sind sie traurig und sehr berührend, manchmal auch lustig. PowerPoint Präsentationen wechseln sich mit Erzählungen ab. Die Berichte betreffen Fehlentscheidungen in Unternehmen, das Scheitern visionärer Ideen, genauso wie die durch einen Fehler ausgelöste Existenzangst eines Freiberuflers oder eine missglückte Präsentation einer erfolgreichen Managerin. Berühmtester Redner in Deutschland war wohl Christian Lindner, der von seinem missglückten Startup als Schüler berichtete. Im Anschluss an jeden Vortrag hat das Publikum Gelegenheit Fragen zu stellen. Die Locations wechseln. So war das Modehaus Hirmer in München Veranstaltungsort ebenso wie die IHK in Berlin oder ein Magdeburger Coworking Space. Das Ganze spielt sich in lockerer Atmosphäre ab, wer mag tauscht sich anschließend noch bei einem Bier weiter aus.

AUS FEHLERN LERNEN

In über 300 Städten weltweit haben inzwischen mehr als 1500 Berufstätige von ihren Fehlern berichtet. Circa 200.000 Zuhörer haben ihre Geschichten aufmerksam verfolgt. Ziel ist es zu zeigen, wie eng Erfolg und Scheitern verbunden sind. Selten wird bei uns über Scheitern und Misserfolge öffentlich gesprochen. Zumeist hört man nur die Erfolgsstories. Dabei lassen sich oft aus Fehlern wichtige Schlüsse für zukünftige Erfolge ziehen. Natürlich kann es hilfreich sein, Fehler die andere schon gemacht haben, zu vermeiden. Aber vor allem geht es darum zu begreifen das es schlechter ist etwas gar nicht auszuprobieren als es zu wagen und dann zu scheitern. Denn wer nichts wagt, weiß auch nicht, ob es funktioniert hätte. Allerdings wird in Deutschland, anders als in USA, traditionell Scheitern eher als negativ gesehen. Das geht soweit, dass innovative Ideen bei uns oft auf Grund von Bedenken gar nicht angegangen werden. Ebenfalls schwierig ist es mutige Geldgeber zu finden, die bereit sind solche Unternehmungen zu finanzieren.

Es ist spannend, sich mit dem Scheitern dürfen, der Kultur der zweiten Chance, auseinander zu setzen. Denn nur ohne übertriebene Angst vor Fehlern können wir unser Potential voll zur Entfaltung bringen. Wer Interesse hat, kann unter www.fuckupnights.com eine Veranstaltung in seiner Nähe finden.

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verstehen - einschätzen - kommunizieren

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