6 DENKHÜTE METHODE

Oft sind wir in unseren Problemen gefangen. Lösungen zu finden fällt vielen jedoch sehr schwer. Abhilfe kann das Anwenden von Techniken bringen, die uns aus eingefahrenen Denkmustern herausholen.

VERSCHIEDENE DENKWEISEN

So eine Kreativitätstechnik, die uns hilft Ideen zu generieren, sind die Denkhüte von de Bono.

Der 1933 in Malta geborene Arzt und Psychologe de Bono gilt als einer der führenden Lehrer des kreativen Denkens.

Der essentielle Punkt der Methode Denkhüte ist es, bezüglich eines Themas verschiedene Denk- und Wahrnehmungsperspektiven einzunehmen. Dies tun alle Teilnehmer einer Diskussion allerdings zum gleichen Zeitpunkt, dadurch werden Konflikte vermieden. Für diese Art des Denkens hat de Bono den Begriff „paralleles Denken“ geprägt. Seine Methode kommt inzwischen weltweit in vielen großen Organisationen zum Einsatz.

UNTERSCHIEDLICHE ROLLEN

Der Name „Denkhüte“ oder im englisch sprachigen Raum auch „Six Thinking Hats“ leitet sich dadurch ab, dass Personen innerhalb einer Gruppe bewusst unterschiedliche Rollen einnehmen, die durch verschiedenfarbige Hüte symbolisiert werden. Anstatt der Hüte können die Rollen natürlich auch durch Armbänder, Sitzkärtchen oder ähnliches gekennzeichnet werden.

INSTRUKTION

Jeder Hut steht für eine spezielle Denkweise, die sein Träger einnimmt. Bei der gemeinsamen Diskussion wird somit kein Blickwinkel außer Acht gelassen. Für den Erfolg ist wichtig, dass jeder Teilnehmer bei seiner zugewiesenen Denkweise bleibt, wenn er die entsprechende Position vertritt bzw. Argumente vorbringt. Dazu ist es notwendig, dass der Moderator die Teilnehmer vorab entsprechend instruiert. Bewährt hat sich, dass der Moderator die einzelnen Rollen und dazugehörigen Argumentationsweisen vorspielt. Von seinen Fähigkeiten und seiner Überzeugungskraft hängt der Erfolg der Übung wesentlich ab.

Weißer Hut:

Dieser Rollenträger konzentriert sich auf Tatsachen. Seine Denkweise ist analytisch, die Haltung objektiv. Der weiße Hut sollte in der Regel zu Beginn der Diskussion ein Statement abgeben, dass die verfügbaren Daten und Informationen sowie Anforderungen zum Thema umfasst.

Die Farbe Weiß symbolisiert Objektivität, wie ein weißes Blatt.

Roter Hut:

Der rote Hut steht für das Äußern aller Gefühle, positive wie negative. Dieser Rollenträger spricht so zu sagen aus dem Bauch heraus. Er muss keiner Logik folgen und sich nicht rechtfertigen.

Rot, die Farbe des Feuers und der Wärme, symbolisiert Subjektivität.

Schwarzer Hut:

Der Träger dieser Rolle äußert alle objektiven Kritikpunkte, Bedenken und Zweifel, und spricht mögliche Risiken und Probleme an. Hierbei geht es nur um sachliche Argumente. Negative Emotionen sind dem roten Hut vorbehalten.

Schwarz, wie die Schwarzmalerei, steht für die Kritik.

Gelber Hut:

Der gelbe Hut bringt alle objektiven positiven Aspekte vor. Aus einer optimistischen Denkhaltung werden Chancen, Pluspunkte aber auch realistische Hoffnungen formuliert. Hingegen gehören Emotionen wie zum Beispiel Euphorie zum roten Hut.

Gelb, die Farbe der Sonne, drückt Optimismus aus.

Grüner Hut:

Der grüne Hut steht für neue Ideen, Kreativität und assoziatives Denken. Es geht darum alle Alternativen zu beleuchten, unabhängig davon ob diese eventuell verrückt oder unrealistisch sind.

Grün, die Farbe des Wachstums, bedeutet Konstruktivität.

Blauer Hut:

Der blaue Hut symbolisiert Kontrolle und ordnendes Denken. Er nimmt die Metaperspektive ein und behält das große Ganze im Blick. Er entscheidet welcher Hut an die Reihe kommt und fasst am Schluss die Ergebnisse zusammen. Alternativ kann der Träger des blauen Huts während der gesamten Diskussion als Moderator agieren.

Blau, die Farbe des Himmels, steht für den Überblick.

KONZENTRATION AUF DAS WESENTLICHE

Der Vorteil der Methode Denkhüte ist, die Konzentration auf das Wesentliche. Positive und negative Aspekte treten klar zu Tage. Strittige Punkte und Alternativen liegen für alle erkennbar in kurzer Zeit vor. Diese Methode eignet sich besonders dafür eine reflektierte Lösung bei komplexen Aufgabenstellungen zu finden. Man kann sie aber auch zur Beurteilung oder Optimierung bereits gefundener Lösungsansätze einsetzen.

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verstehen - einschätzen - kommunizieren

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