Ein Ergebnis der Digitalisierung scheint zu sein, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verwischen. Ist das ein Problem für die Arbeitnehmer oder nur für den Gesetzgeber?

ARBEIT UND FREIZEIT VERSCHWIMMT

Eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ging diesem Thema nach. Dazu wurden über 1800 Beschäftigte zwischen 25 und 54 Jahren befragt. Ihre Arbeitszeit betrug zwischen 5 und 80 Stunden in der Woche. 63% gaben an, auch in ihrer Freizeit zu arbeiten. Bei knapp 40% aller Studienteilnehmer erstreckten sich die beruflichen Tätigkeiten nach Feierabend auf 2 bis 5 Stunden pro Woche. Hierzu zählt zum Beispiel, das Beantworten von Emails oder mit dem Chef zu telefonieren. Aber auch das Lesen von Fachliteratur kann darunterfallen, wenn diese Tätigkeit eigentlich üblicherweise während der regulären Arbeitszeit erledigt wird. Jedoch gaben im Gegenzug circa 66% an, dass sie auch während ihrer regulären Arbeitszeit privaten Aktivitäten nachgehen. Beliebt ist online-shoppen, genauso wie sich mit privaten Emails zu beschäftigen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass sich Arbeiten in der Freizeit und private Erledigungen im Job ungefähr die Waage halten. Bei einem Drittel der Beschäftigten überwiegen die privaten Aktivitäten während der Arbeitszeit. Etwa jeder Vierte verlagert hingegen mehr Arbeit in die Freizeit.

UNTERSCHIEDE NACH ALTER UND GESCHLECHT

Die Studie zeigt auch moderate Unterschiede in den Ergebnissen in Abhängigkeit vom Lebensalter und Geschlecht. Männer arbeiten nicht nur häufiger in ihrer Freizeit, sondern sie beschäftigen sich auch häufiger mit privaten Dingen im Job als Frauen. Mit circa 8 Stunden Arbeitszeit nach Feierabend und etwas über 3 Stunden Erledigen von Privatem im Job sind diese Werte bei den unter 35-Jährigen etwa doppelt so hoch als bei den über 45-Jährigen. Das könnte natürlich daran liegen, dass Jüngere vielleicht eher digital unterwegs sind als Ältere, und auch vermutlich stärker von flexiblen Arbeitszeitmodellen Gebrauch machen. Die Folge könnte eine stärkere Vermischung von Arbeit und Freizeit sein. Arbeitgeber kommen diesem Trend durch die Einführung von Vertrauensarbeitszeit oder auch pauschalvergüteten Überstunden nach, um ihren Mitarbeitern möglichst viel Flexibilität bieten zu können.

STARRES ARBEITSZEITSCHUTZGESETZ

Allerdings sind unsere Arbeitszeitgesetze darauf noch nicht angepasst. Bis auf wenige Ausnahmen sieht das Arbeitszeitgesetz keine Sonn- und Feiertagsarbeit vor. Nach sechs Stunden Arbeit ist eine Pause verpflichtend und die Ruhezeit bis zum Arbeitsbeginn am nächsten Morgen muss mindestens 11 Stunden betragen. Das widerspricht natürlich der zunehmenden Flexibilität unserer digitalen Welt, die besonders von jüngeren Mitarbeitern auch immer häufiger in ihrem Arbeitsumfeld eingefordert wird.

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