Immer häufiger wird in virtuellen Teams gearbeitet. Bedingt ist dies durch die Globalisierung, vermehrtes Homeoffice sowie grundsätzlich die Möglichkeit, viele Tätigkeiten standortunabhängig durchzuführen. Die Führung virtueller Teams ist herausfordernd und verlangt Führungskräften viel ab.

TECHNIK

Das reibungslose Funktionieren der technischen Ausstattung ist für den Austausch und die Kommunikation in virtuellen Teams entscheidend. Das beginnt bei der Kompatibilität unterschiedlicher Systeme und endet bei der User-Freundlichkeit. Was so selbstverständlich klingt, ist es leider oft nicht. Schon in den sogenannten herkömmlichen Büros wird der Arbeitsprozess oft genug unterbrochen oder erschwert, weil das Internet zusammenbricht, Drucker nicht funktionieren oder sonstige technische Probleme auftreten. In virtuellen Teams wird der Einzelne oft mit technischen Problemen allein gelassen, bzw. kann er nur virtuell unterstützt werden. Die Führungskraft muss sich deshalb für eine entsprechende technische Ausstattung ihres Teams stark machen. Hier ist Sparen fehl am Platz.

MITARBEITER

Die Auswahl von Mitarbeitern ist immer eine große Herausforderung. Umso mehr gilt das für die Zusammenstellung virtueller Teams. Wichtig ist natürlich eine hohe Affinität zu digitalen Lösungen. Wer mit der Technik auf Kriegsfuß steht, wird oft schon im herkömmlichen Büro genügend Schwierigkeiten haben. Gefragt sind Mitarbeiter, die einerseits eine hohe Selbstständigkeit aufweisen und gerne eigenständig Lösungen finden. Andererseits müssen diese Mitarbeiter von sich aus den Wunsch haben, sich mit anderen abzusprechen und regelmäßig auszutauschen. Sie müssen, insbesondere, wenn sie vermehrt in Homeoffice arbeiten, auch ohne regelmäßige soziale Kontakte mit Kollegen auf Dauer auskommen. Dies unterschätzen viele. Auch die permanente Abgrenzung zwischen Beruf- und Privatleben fällt nicht allen leicht. Führungskräfte müssen diesen Dingen permanent nachspüren, Schwierigkeiten ansprechen und eventuell Teammitglieder rechtzeitig austauschen.

REGELN

Klare Strukturen und Regeln sind in virtuellen Teams von immenser Bedeutung. Jedes Teammitglied muss seine Aufgaben und Verantwortung und die der Anderen genau kennen. Termine für virtuelle Teambesprechungen müssen definiert und eingehalten werden. Es gilt immer wieder zu überlegen, welche Informationen an alle gehen müssen. Die Führungskraft muss jedem Einzelnen regelmäßig Feedback geben, aber es auch einfordern. Gerade in virtuellen Teams darf das Lob nicht zu kurz kommen. Das kurze „gut gemacht“ zwischendurch in der Kaffeeküche bedeutet im virtuellen Raum mehr Aufwand. Die Führungskraft muss auch immer wieder allen Teammitgliedern den Gesamtprojektfortschritt erfahrbar machen. Es muss ein Wir-Gefühl und Stolz auf die gemeinsame Leistung entstehen können. Da im virtuellen Raum keine engmaschige Kontrolle möglich ist, ist eine Vertrauenskultur unabdingbar. Sie schafft die Atmosphäre, dass sich die Mitarbeiter trauen, Probleme rechtzeitig zur Sprache zu bringen.

Alle Technik und Regeln ersetzen nicht das persönliche Kennenlernen, besonders zu Beginn der Zusammenarbeit. Auch das Feiern von Projektmeilensteinen bietet Gelegenheit dafür. Darüber hinaus müssen Führungskräfte Raum und Zeit für virtuellen Smalltalk schaffen, wenn die virtuelle Zusammenarbeit auf Dauer erfolgreich sein soll.

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