„Sabbatical“ geht auf das hebräische Wort „schabat“ zurück, welches aufhören oder auch ruhen bedeutet. In der Jobwelt versteht man darunter in der Regel eine 3- bis 12-monatige Auszeit vom Job. Gelegentlich wird auch eine mehrmonatige Phase deutlich reduzierter Arbeitszeit darunter verstanden.

HÄUFIGKEIT

Gerade in unserer immer hektischer werdenden Zeit, in der wir immer verplanter zu sein scheinen und der Termindruck stetig steigt, denken immer mehr Menschen über eine berufliche Auszeit nach. 10% der Arbeitnehmer haben bereits ein Sabbatical genommen, weitere 20% können sich eine berufliche Auszeit vorstellen. Bei den 18- bis 24-jährigen liegt der Anteil mit über 40%, die über ein Sabbatical nachdenken oder dies bereits verwirklicht haben, sogar deutlich höher.

MOTIVATION

Die Motive für die berufliche Auszeit sind sehr unterschiedlich. Im Vordergrund steht die körperliche und geistige Erholung. Ein starkes Motiv ist auch der Wunsch in ferne Länder zu reisen. Auch die persönliche Weiterentwicklung spielt eine Rolle. So kann das Ziel sein, eine neue Sprache zu lernen oder eine berufliche Weiterbildung, zum Beispiel ein MBA Programm im Ausland zu absolvieren. Daneben stehen soziale Projekte hoch im Kurs. Eine geringere Bedeutung spielt die Pflege von Familienangehörigen und die Kindererziehung.

CHANCEN

Wird grundsätzlich die Möglichkeit eines Sabbaticals gewährt, so erhöht das die Attraktivität eines Arbeitgebers. Die Loyalität mit dem Arbeitgeber steigt und die Wechselbereitschaft sinkt, wenn Pläne wie eine längere Weiterbildung oder eine einfache Auszeit verwirklicht werden können, ohne den Arbeitgeber verlassen zu müssen. Die längere Pause kann sich positiv auf die Gesundheit des Betreffenden auswirken. Ein drohendes Burnout kann eventuell durch die Erholungsphase abgewendet werden. Leistungsfähigkeit und Engagement können gesteigert werden. Ist der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung, wie Schulungen oder die Hospitation in einem ausgesuchten Unternehmen ausschlaggebend für ein Sabbatical, wirkt sich das in der Regel positiv auf die Beurteilung des Mitarbeiters aus.

RISIKEN

Dient das Sabbatical hingegen der reinen Erholung, oder lediglich einer privaten Verpflichtung, so kann der Vorgesetzte leicht den Eindruck gewinnen, der betreffende Mitarbeiter sei wenig engagiert oder interessiere sich nicht genügend für seinen Job. Das kann sich auf zukünftige Gehaltsverhandlungen oder Beförderungen negativ auswirken.

Kleine Unternehmen fühlen sich durch den Wunsch nach einem Sabbatical oft überfordert. Es kann schwierig sein, eine Stelle über 12 Monate mit einem anderen Mitarbeiter adäquat zu besetzen. Müssen die verbleibenden Kollegen für so lange Zeit zusätzliche Arbeiten übernehmen, kann das zu Unmut führen, den der Rückkehrer später eventuell auch zu spüren bekommt.

AKZEPTANZ WÄCHST

Auch wenn Sabbaticals in Deutschland im internationalen Vergleich noch selten sind, nimmt die Offenheit der Arbeitgeber für eine längere berufliche Auszeit zu. Insofern das Sabbatical der Weiterentwicklung und der persönlichen Reife dient, wird es auch zunehmend als Instrument der Personalentwicklung gesehen. Allerdings sollten Chancen und Risiken für alle Beteiligten im Vorfeld offen besprochen werden.

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