Agil ist das neue Hype-Wort. Gewachsene Unternehmen wollen es den flexiblen, wendigen Startups, die vor allem schnell auf Kundenwünsche reagieren können, nachmachen. Dafür benötigen sie nicht nur eine agile Organisationsform, sondern sie müssen vor allem agiles Führungsverhalten etablieren.

WAS IST AGIL?

Ursprünglich stammt der Begriff Agilität aus der IT. Durch agiles Projektmanagement gelingt es, dass sich die Softwareentwicklung schnell verändernden Bedürfnissen anpasst. Eine sehr bekannte Methode dieser Art ist Scrum. Das Wort agil an sich bedeutet Wendigkeit. Das Ziel agiler Führung ist es, zu erreichen, dass sich Organisationseinheiten, beziehungsweise die gesamte Organisation, rasch verändernden Bedingungen schnell und flexibel anpassen können.

Dazu können im Einzelfall ganz unterschiedliche Maßnahmen und Verhaltensweisen beitragen. So bezeichnet agile Führung eher ein Mindset der Führungskraft als eine bestimmte, einem genauen Plan folgende Führungsmethode.

ZENTRALE PRINZIPIEN

Dennoch gibt es einige zentrale Prinzipien, die agiler Führung zu Grunde liegen.

Funktionierende Kommunikation ist ein wesentliches Mittel agiler Führung. Kollegen, Mitarbeitern und Kunden aktiv zuzuhören und der stetige Austausch mit ihnen, ist eine Voraussetzung um Veränderungen frühzeitig erfassen zu können.

Gelebte Vertrauenskultur, die den Mitarbeitern genügend Freiraum für eigene Entscheidungen lässt, ist ein wichtiges Merkmal agiler Führung. Entscheidungen sollen also nicht über Hierarchieebenen transportiert werden, sondern in den operativen, insbesondere kundennahen Teams getroffen werden. Dies erfordert auch eine positive Fehlerkultur, die das kontinuierliche Lernen aus Fehlern anstrebt. Statt der direkten Führung und Kontrolle der einzelnen Mitarbeiter ist das Ziel der Aufbau selbstständiger und sich selbst organisierender Teams, die aus ihrer Handlungsfähigkeit Motivation ziehen. Zentrale Aufgabe der Führungskraft ist es für die entsprechenden Rahmenbedingungen Sorge zu tragen.

VORAUSSETZUNGEN

Agile Führung darf nicht als Patentrezept für jedes Unternehmen gesehen werden. Wo sich wenige Veränderungen ergeben, wenige Herausforderungen auftreten, die immer wieder schnelle, ungewohnte Antworten erfordern, können sich keine agilen Vorgehensweisen herausbilden. Jedoch auch in einer dynamischen Umgebung sind kompetente, reflektierte Mitarbeiter, die in der Lage sind, sich und ihre Aufgaben selbst zu strukturieren, eine Grundvoraussetzung für das Gelingen agiler Führung. Schon bei der Personalauswahl ist darauf zu achten, dass die Mitarbeiter Lust haben Verantwortung zu übernehmen, sowie über Lernbereitschaft und genügend Flexibilität verfügen. Vor allem aber müssen die Führungskräfte selbst die Bereitschaft mit sich bringen traditionelle Führungsmodelle hinter sich zu lassen. Sie müssen willens und fähig sein, Macht abzugeben, Entscheidungsbefugnisse an ihre Mitarbeiter zu delegieren und eine Vertrauenskultur statt engmaschiger Kontrolle aufzubauen und immer wieder vorzuleben.

Viele Unternehmen sehen sich ständig komplexer werdenden, sich rasch verändernden Umfeldbedingungen ausgesetzt. Mittels agiler Führungsmethoden sollen Organisationen in die Lage versetzt werden darauf, möglichst flexibel zum eigenen Vorteil reagieren zu können. Doch verlangt die Etablierung dieser Führungsphilosophie sowohl den Führungskräften als auch ihren Mitarbeitern einiges ab.

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