Homeoffice hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Ohne klare Regeln funktioniert es aus Sicht der Unternehmen jedoch nicht. Dieses Bild zeichnet sich bei einer aktuellen Umfrage durch den Digitalverband Bitcom ab.

HOMEOFFICE HAT ZUGENOMMEN

In einer für die Gesamtwirtschaft repräsentativen Studie wurden über 800 Geschäftsführer und Personalverantwortliche zum Thema Homeoffice befragt. Danach arbeiteten 2014 nur etwas über 20% der Mitarbeiter ganz oder teilweise im Homeoffice. 2018 waren es schon knapp 40%. Bei der Frage, ob der Homeoffice-Anteil auch in Zukunft zunehmen wird, gingen die Meinungen auseinander. 46% der Befragten erwarten, dass der Anteil der Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, steigen wird. Hingegen gehen 50% davon aus, dass der Anteil konstant bleibt.

REGELN FÜRS HOMEOFFICE

Nicht jeden Tag ins Büro fahren zu müssen, arbeiten zu dürfen, wann und wo man möchte. Dieses Bild haben viele Mitarbeiter bei dem Stichwort Homeoffice vor Augen. Die Realität ist jedoch anders.

Zwar bieten immer mehr Unternehmen Homeoffice an, jedoch stellt von zu Hause zu arbeiten selbst bei 60% dieser Unternehmen noch immer die Ausnahme zur regulären Anwesenheit im Büro dar. In vielen Unternehmen sind die Rahmenbedingungen fürs Homeoffice genau geregelt. So erlauben diese Unternehmen zum Beispiel Homeoffice nur für einen Tag in der Woche. Fast bei jedem zweiten Arbeitgeber muss Homeoffice jeweils in jedem Einzelfall wieder vom Vorgesetzten genehmigt werden. Insgesamt hatten drei von vier Unternehmen auch feste Tage bestimmt, an denen es keine Möglichkeit für Homeoffice gibt. Somit soll sichergestellt werden, dass problemlos Termine für einen gemeinsamen Austausch vereinbart werden können oder sich zumindest alle Kollegen immer wieder an ihrem Arbeitsplatz sehen.

GRÜNDE GEGEN DAS HOMEOFFICE

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern nicht die Möglichkeit zum Homeoffice geben, führen dafür sehr unterschiedliche Gründe an. So ist bei 55% der Arbeitgeber Homeoffice schlichtweg nicht vorgesehen. 65% argumentieren auch, dass man vom Homeoffice Abstand nehme, da dieses Modell nicht für alle Arbeitnehmer anwendbar sei und eine Ungleichbehandlung der Mitarbeiter vermieden werden solle. So fürchten auch knapp 60%, dass die Produktivität sinke, wenn die Mitarbeiter nicht die Möglichkeit hätten, sich direkt miteinander auszutauschen. Circa ein Drittel der Unternehmen entscheiden sich gegen Homeoffice, da dadurch die Mitarbeiter nicht jederzeit ansprechbar seien und die Arbeitszeit nicht kontrolliert werden könne. Jedes vierte Unternehmen sieht in den bestehenden Arbeitsschutzregeln ein entscheidendes Hindernis zur Durchführung vom Homeoffice. Auch die Sorge um das Thema Datensicherheit (22%) und zu hoher Kostenaufwand für die technische Ausstattung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes (16%) werden genannt. Hingegen befürchten nur 9% der Unternehmen, die von Homeoffice Abstand nehmen, dass sich dadurch die Identifikation ihrer Mitarbeiter mit dem Unternehmen verschlechtern könnte.

Die repräsentative Umfrage zeigt, wenngleich der Anteil ans Homeoffice über die Jahre gestiegen ist, aus Sicht der Unternehmen noch viele Gründe dagegensprechen. Selbst wenn die Mitarbeiter die Gelegenheit haben von zu Hause aus zu arbeiten, stellt dies eher die Ausnahme dar oder ist zumindest genau geregelt.

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