Immer häufiger nutzen Unternehmen im Bewerbungsprozess das Telefoninterview. Ist eine Bewerbung grundsätzlich interessant, aber es gibt noch einige Rückfragen zu den Unterlagen, greifen Personaler gerne zum Telefon. Ein weiterer Grund ist häufig, dass sich das Unternehmen trotz positiver Unterlagen erst noch einen genaueren Eindruck vom Bewerber verschaffen will, bevor der Kandidat tatsächlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wird. Somit sparen Unternehmen zu Beginn eines Auswahlverfahrens die Kosten für Bewerberanreise und -unterbringung. Werden Sie ohne vorherige Ankündigung angerufen, vereinbaren Sie mit Ihrem Gesprächspartner einen Telefontermin, an dem Sie ungestört sind. Erkundigen Sie sich nach der voraussichtlichen Dauer des Gesprächs. Das dient nicht nur Ihrer Planung, sondern Sie können daraus ableiten, ob ein komplettes Interview oder nur einige Nachfragen anstehen.

VOR DEM GESPRÄCH

Unterschätzen Sie nicht, dass auch für den Erfolg eines Telefoninterviews eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich ist. Dazu gehört, dass Sie sich zum vereinbarten Termin an einem ruhigen störungsfreien Ort befinden und nicht unter Zeitdruck stehen. Veranschlagen Sie für kurze Nachfragen ca. 15 Minuten. Ein ausführliches Interview beträgt 30 bis 60 Minuten, gelegentlich auch länger. Es empfiehlt sich, wegen der besseren Verbindung, ein konventionelles Telefon zu benutzen. Pannen, wie ein unzureichender Akku, lassen sich somit auch vermeiden. Grundsätzlich sollte Ihr Telefon während der Bewerbungsphase über einen Anrufbeantworter mit einer entsprechenden offiziell klingenden Ansage verfügen. Natürlich sollten sie den Anrufbeantworter auch regelmäßig abhören. In der Regel handelt es sich beim Telefoninterview nicht um ein Videointerview. Auch wenn Sie nicht gesehen werden, empfiehlt es sich Businesskleidung zu tragen und am Schreibtisch zu sitzen. Dies führt automatisch zu einem anderen Verhalten, als wenn Sie sich in Jogginghose auf die Couch lümmeln. Halten Sie alle Bewerbungsunterlagen bereit, sowie etwas zum Notieren. Die Stationen Ihres Lebenslaufs sollten Sie auswendig beherrschen. Umständliches Blättern macht auch am Telefon einen schlechten Eindruck. In Abhängigkeit von der ausgeschriebenen Stelle, müssen Sie darauf vorbereitet sein, dass der Interviewer auch am Telefon in eine Fremdsprache wechselt. Abgesehen davon, dass Sie nur einen Gesprächspartner haben, gleichen die Fragen einem normalen Jobinterview.

WÄHREND DES GESPRÄCHS

Melden Sie sich während der Bewerbungsphase immer mit vollem Namen. Nicht alle Nachfragen von Personalern werden vorab als Telefoninterview angekündigt. Merken Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners und sprechen Sie ihn damit an.

Achten Sie auf eine klare und deutliche Aussprache. Dialekt sowie eine Ansammlung fachspezifischer Abkürzungen sind tabu. Vermeiden Sie „ähs“ und andere unnötige Füllwörter. Bemühen Sie sich, auch wenn Sie aufgeregt sind, nicht zu schnell zu sprechen. Mit einem kurzen Smalltalk zu Beginn des Gesprächs lockern Sie die Atmosphäre etwas auf. Fragen Sie nach, wenn Sie eine Frage nicht genau verstehen. Das ist besser als eine falsche Antwort zu geben. Lassen Sie sich von kurzen Gesprächspausen Ihres Gegenübers nicht irritieren. Nutzen Sie sie für Ihre Konzentration statt sich verleiten zu lassen, einfach irgendetwas zu reden. Unterbrechen Sie auf keinen Fall Ihren Gesprächspartner! Bedanken Sie sich am Schluss für das Gespräch und achten Sie auf einen konkreten Verbleib.

VOR- UND NACHTEILE

Grundsätzlich ist die Ankündigung eines Telefoninterviews positiv, denn Sie sind in der engeren Auswahl. Allerdings befinden Sie sich noch in der Vorselektion. Ob ein Telefoninterview für Sie mehr Stress bedeutet als ein Interview, bei dem sie sich tatsächlich gegenübersitzen, ist Typ abhängig. Manche Kandidaten sind am Telefon entspannter, weil Sie sich nicht so beobachtet fühlen. Auch wie gut Sie dabei punkten können, ist unterschiedlich.

Lässt Sie Ihre Mimik und Gestik besonders aktiv erscheinen, kann das eine Einschränkung bedeuten. Unterschätzen Sie jedoch nicht, was Ihr Gegenüber am Telefon alles wahrnehmen kann. Deshalb ein guter Tipp, lächeln Sie oft.

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