Am Aschermittwoch begann die Fastenzeit. Für immer mehr Menschen heißt das, nicht nur nach der ausschweifenden Faschingszeit weniger Nahrungs- und Genussmittel zu konsumieren, sondern auch über den digitalen Konsum nachzudenken. Kann es sich lohnen, eine Zeit lang bewusster mit Handy & Co umzugehen?

DIGITALES FASTEN

Fastenzeit ist eine Zeit des Verzichts. Für viele hat das Fasten seinen religiösen Hintergrund verloren. Es dient dazu, durch temporäre Einschränkung Süßigkeiten, Zigaretten oder Alkohol wieder bewusster zu konsumieren. Genau hier setzt auch Digital Detox, also das digitale Fasten, an. Detox bedeutet zu entgiften, um sich wieder wohler zu fühlen. Im Umgang mit dem Handy und anderen kleinen mobilen Geräten wie Tablets oder Smartwatches heißt das, die ständige Erreichbarkeit einzuschränken. Nicht sofort auf jede Nachricht reagieren zu müssen, sich nicht immer wieder ablenken zu lassen, kann sehr befreiend sein. Viele Diäten scheitern vor allem, weil man zu viel in zu kurzer Zeit erreichen will. Auch für das digitale Fasten gilt, sich die Ziele nicht zu hoch zu stecken. So wie wir durch eine Diät wieder bewusster und gesünder essen wollen, soll Digital Detox unser Bewusstsein für den Medienkonsum schärfen.

ABLENKUNG BEGRENZEN

Sicher kennen Sie das auch, immer wieder werden Sie vom Handy durch eine Push-Nachricht im Arbeitsprozess abgelenkt. Meistens siegt die Neugier und Sie unterbrechen das, was Sie gerade tun. Oder Sie wollen nur kurz schauen, wie spät es ist und dann beschäftigen Sie sich minutenlang mit anderen Dingen am Handy. Digitales Fasten kann schon bedeuten, das Handy konsequent wegzulegen oder auf Flugmodus zu schalten, wenn Sie es nicht benötigen, beziehungsweise, wenn Sie konzentriert etwas anderes machen wollen. Das kann auch heißen, nach Feierabend oder am Wochenende keine beruflichen Nachrichten zu checken und insbesondere das Handy nachts aus dem Schlafzimmer zu verbannen.

ANALOGER ERSATZ

Gerade die Urlaubszeit eignet sich für Digital Detox.

Vieles was Sie vielleicht mit dem Handy erledigen, können Sie ganz einfach analog bewerkstelligen. Aufwachen mit dem Wecker, Armbanduhr tragen, Bustickets mit Kleingeld kaufen oder mal in einen Stadtplan schauen. Bücher aus gedrucktem Papier zu lesen kann übrigens auch Spaß machen. Vielleicht löschen Sie auch mal eine ganze Anzahl von Spiele-Apps. Dann sind Sie nicht versucht, schon bei der geringsten Wartezeit, kurz zwischendurch zu spielen.

HANDY-ZEITEN FESTLEGEN

Bewährt hat sich auch, an freien Tagen eine Stunde am Tag für das Checken von Mails oder Aktivitäten in sozialen Medien zu reservieren. So kommen Sie nicht in Gefahr, zwischendurch nur kurz mal auf das Handy zu schauen. Es klingt absurd, aber Apps sind eine einfache Art, Ihre am Handy verbrachte Zeit zu kontrollieren. Sie werden auch merken, dass es gar nicht notwendig ist, auf alles sofort zu reagieren. Und die Großeltern freuen sich auch noch am nächsten Tag über die Fotos vom Familienausflug. Nicht ständig erreichbar sein zu müssen, entspannt und erleichtert es, eine Grenze zwischen Berufs- und Privatleben zu ziehen. Die Zeit, die Sie sonst mit mobilen Geräten verbracht haben, gewinnen Sie für andere Dinge, die Ihnen wichtig sind. Sport treiben, Treffen mit Freunden oder auch einfach mal TV schauen, ohne nebenbei ständig am Handy zu sein.

ON / OFFLINE BALANCE

Keine Frage, viele digitale Errungenschaften erleichtern unser Leben und sind vor allem aus unserem Arbeitsleben gar nicht mehr wegzudenken.

Digitales Fasten bedeutet nicht absoluten Verzicht, sondern vielleicht ändern Sie ja dadurch auf Dauer einige Gewohnheiten im Umgang mit den kleinen mobilen Geräten und finden so im Sinne einer Ernährungsumstellung ein Gleichgewicht zwischen On- und Offline sein, dass Ihnen wirklich entspricht.

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