Fasching, Fastnacht oder Karneval, Helau oder Alaaf, diese Bezeichnungen sind abhängig von der Region.

Muffel und Liebhaber der „närrischen Tage“ gibt es dagegen überall. Was immer Sie auch über die sogenannte 5. Jahreszeit denken, feststeht, dass sie die Wirtschaft ankurbelt.

KARNEVALS-HOCHBURGEN

Hochburgen des närrischen Treibens sind Köln, Düsseldorf und Mainz. Zahlreiche Touristen und Einheimische geben sich dem lustigen Treiben in den 6 Tagen vor Aschermittwoch hin. Verschiedene Karnevalssitzungen, Weiberfastnacht am Donnerstag und der Straßenumzug am darauffolgenden Rosenmontag sind die Höhepunkte.

FASTNACHTFAN – FASTNACHTMUFFEL

Auch wenn in einer Umfrage 18% der Befragten angaben, dass sie Karneval hassen, ist das närrische Treiben für viele die Gelegenheit, einmal im Jahr aus der gewohnten Ordnung des Alltags auszubrechen. Faschingsliebhaber schätzen darüber hinaus die ausgelassene Stimmung und gute Laune beim gemeinsamen Feiern mit anderen Menschen und geben an, es sei ihnen wichtig, das Brauchtum zu pflegen. Faschingsmuffel hingegen stören sich, neben dem übertriebenen Alkoholkonsum, am albernen Verhalten und der für sie aufgesetzten Freude der Karnevalisten. Natürlich wollen sie sich schon gar nicht selbst verkleiden.

ROSENMONTAGSZUG

Allein beim Rosenmontagszug in Köln, der über eineinhalb Millionen Besucher anlockt, werden 300 Tonnen Süßigkeiten an die Schaulustigen verteilt, darunter 700.000 Schokoladetafeln und 220.000 Pralinenschachteln. Der mehrere Kilometer lange Zug mit seinen über 100 Karnevalswagen, Musikkapellen und mehreren hundert Pferden hinterlässt leider auch ein Meer von Müll. Das heißt hunderte Reinigungskräfte der Stadt sind gleichzeitig im Einsatz. Für die Sicherheit sorgen nahezu 1000 Polizisten und halb so viele Unfallhelfer. Gerade dieser Kölner Karnevalszug interessiert viele Deutsche. So wird er medienwirksam in Szene gesetzt, erreicht Traumeinschaltquoten und beachtliche Werbeeinnahmen. Von dieser positiven PR profitiert der Tourismus und die damit verbundenen Gewerbe weit über Karneval hinaus.

ALKOHOLKONSUM

Allen Faschingsveranstaltungen gemein ist auch, dass nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt wird, sondern auch Alkohol in großen Mengen konsumiert wird.

So können allein Kölner Kneipen in der Woche von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch den doppelten Monatsumsatz verbuchen, und die Brauereien steigern entsprechend ihre Produktion. In manchen Jahren wird in dieser Zeit in Köln mehr Bier getrunken als in München am Oktoberfest.

KARNEVALSKOSTÜM

Schon vom Beginn der Faschingszeit am 11.November bis zum Faschingsdienstag finden in vielen Regionen zahlreiche Bälle und diverse sogenannte „Sitzungen“ statt. Bei dieser Art der Veranstaltung wird den meist kostümierten Gästen ein abwechslungsreiches Programm karnevalistischer Unterhaltung, von Tanzeinlagen bis zu kabarettistischen Reden, geboten. Von der Pappnase beim Feiern im Büro bis zum ausgeklügelten Kostüm am Straßenkarneval oder auf Veranstaltungen existiert eine breite Palette von Verkleidungen. Die Hersteller von Kostümen setzen in der Faschingssaison deutschlandweit knapp 300 Millionen Euro um. Bei den Verkleidungen stehen nicht das traditionelle Clownskostüm, sondern Prinzessin, Hexe, Vampir und Zauberer hoch im Kurs. Gefolgt werden diese Märchen – und Phantasiekostüme von berufsspezifischen Uniformen, wie Polizist, Pilot oder Krankenschwester.

Auch wenn sich nicht alle für die 5. Jahreszeit begeistern können, kurbelt sie die Wirtschaft an und sichert Arbeitsplätze. Nicht nur in Köln, Düsseldorf und Mainz, aber besonders in dieser Region, ist Karneval ein Markenartikel und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

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